Die Zelle  ist das organisierte Grundprinzip des Lebens, das Modul, das Mutterelement, 
die evolutionäre Kraft.
Im   Zeitalter  einer  überaus  hoch  technisierten  Welt   mit ihren revolutionären  wissen-
schaftlichen  Erkenntnissen, ihrem Eindringen in den weiten Raum des Kosmos  bis hin
in die  kleinsten  geheimen Kammern  der Natur,  werden den Menschen  unserer Tage
über   den   Weg   modernster   Medien   spektakuläre  Einsichten  in   diese   Bereiche
ermöglicht. Dynamik  steht vor allem Werden.  In  der  Darstellung  von  Zellensystemen,
in Fraktalen,in Systemen einer linearen oder nichtlinearen Dynamik, sehe ich ein hohes
Potential,  eine Neuorientierung  für   die  gegenwärtige  Kunst. Das Prinzip der  Selbst-
organisation  von Zellen zum Zellengeflecht, der Prozess des Wandels von Stabilität zur
Instabilität innerhalb  der Zellarchitektur  wird zu einer evolutionären Aktivität,  in der das
Leben   Welten  erzeugt. Sie  alle  strahlen  mit  ihren  Bewegungen,   Änderungen   und
Rückkopplungen von  den kleinen, in  die  großen Dimensionen und wieder zurück.  Die
Natur  lässt  immer  wieder Strukturen entstehen  und  vergehen.  Die  allgegenwärtigen
Prozesse lassen  sich auf allen  Ebenen  des Universums  beobachten.  Sie  treten  auf
der kosmischen Ebene, der Ebene unseres Planeten und der Ebene der menschlichen
Dimensionen auf und setzen sich bis in die molekulare und  die subatomare Ebene fort.
Das   wohl   auffallendste   Beispiel  solcher  Prozesse  der  Selbstorganisation   ist  die
Entstehung und Entwicklung lebender Organismen.
" Kunst  besitzt oder spiegelt insofern Kosmisches, als in ihr das Einzelne vom Leben
des Ganzen durchpulst wird und das Ganze im Leben des Einzelnen ist." 
( Umberto Eco, Das offene Kunstwerk )
 
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